Sonntag, 21. Juli 2013

Bitte eines Jugendlichen an alle in der christlichen Jugendarbeit Engagierten...

In der Rubrik "Mein junger Glaube im Alltag", verfasst von den Mitgliedern des Teams "Die jungen Federn", erschien am vergangenen Samstag in der katholischen Zeitung "Die Tagespost" (Ausgabe Nr. 87 vom 20.07.2013) folgende "große Bitte an alle in der christlichen Jugendarbeit Engagierten" des 18-jährigen Abiturienten Constantin von Jagwitz:

(...) Singt mit uns bitte keine Lieder mit inhaltsleeren Texten, die sich nur um um den Menschen drehen, keine Musik, bei der wir uns selbst feiern, denn das kann ein Festival besser als die Kirche! Unser Herz wird geöffnet, wenn wir gemeinsam Gott mit Liedern preisen, die unsere Sehnsucht nach Wahrheit, nach wahrer Liebe und Freude, nach innerem Frieden und Heilung zum Ausdruck bringen.

Erzählt uns doch nicht, dass unser Leben völlig in Ordnung sei, denn das kann die Welt besser! Betet mit uns stattdessen das Schuldbekenntnis, denn wir sehnen uns nach Vergebung. Predigt uns die Wahrheit über Gott, unser Leben, das Weltliche, die Heiligkeit und unsere Sünden!

Ersetzt nicht das Wort Gottes durch Theaterstücke oder irgendwelche Weisheitsgeschichten, denn die finden wir in jedem Kinderbuch; das Wort, das der lebendige Gott an uns richtet, finden wir aber nur in der Kirche.

Lasst die Eucharistiefeier nicht zu einem gemeinsamen Tischmahl verkommen, denn das ist in jedem Restaurant besser; einen Gott, der sich den Menschen zur Speise ausliefert, könnt dagegen nur ihr uns zeigen! Behandelt die Liturgie nicht nicht wie ein Kreativspiel, bei dem alle Ideen zusammen ein gutes Kunstwerk ergeben, denn das macht beim Vorbereiten eines Abi-Scherzes mehr Spaß, sondern gestaltet sie als Hinwendung zu Gott!

Tut nicht so, als wäre der Weg des Glaubens wie ein heiterer Spaziergang, sondern helft uns, die Anfeindungen der Welt und des Teufels mit dem Kreuz Christi zu vereinen!

Lockt uns nicht, indem ihr uns immer lobt und uns das Gefühl gebt, etwas Besonderes zu sein: Damit nährt ihr nur unseren Stolz; stattdessen betet für uns um den Geist der Demut, damit wir akzeptieren können, dass wir ein bedürftiges aber geliebtes "Nichts" sind, das sich Gott ganz hingeben darf!

Seid ehrlich zu uns, denn eine "coole", aber entstellte Kirche kann zwar vielleicht kurzfristig einige von uns Jugendlichen anziehen, wenn wir aber merken, dass die Welt viel "cooler" ist und die Kirche uns doch nur den Menschen zeigt, wenden wir uns enttäuscht ab.

Eine ehrliche Kirche dagegen werden wir zwar für ihren Wahrheitsanspruch anklagen, für stur und zurückgebliebn halten, uns sträuben, die Wahrheit von ihr anzunehmen, mit ihr ringen, wie Jakob mit Gott. Aber am Ende werden wir nur durch die Kirche sagen können: "Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen" (Gen 32,31).

Der Autor berichtet von einem Besuch einer "Jugendmesse" und von den Bemühungen der Verantwortlichen, für die Jugendlichen "eine Atmosphäre der Gottesbegegnung"schaffen zu wollen. Dabei, so Constantin von Jagwitz, habe er leider immer wieder den Eindruck, dass man die Jugendlichen in diesem Punkt falsch einschätze. Das hat ihn zu dieser "großen Bitte an alle in der christlichen Jugendarbeit Engagierten" inspiriert.



(Mit Dank an den Verfasser Constantin von Jagwitz)




Backlinks:


 
Foto: Papst Johannes Paul II. mit dem Allerheiligsten: Jesus in Brotsgestalt in der Monstranz; Kral Verlag Abensberg
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