Sonntag, 21. Juli 2013

"Frischer Wind" feiert Geburtstag!

Am 21. Juli 2011 habe ich dieses Blog begonnen - das ist nun 2 Jahre her (hier der erste Eintrag). Viel Wasser ist seitdem den Rhein hinuntergeflossen, vieles hat sich seitdem verändert. Sogar die Erwählung eines neuen Pontifex, eines neuen Papstes, hat die Kirche in dieser Zeit erlebt!  Papst Franziskus ist Benedikt XVI. nachgefolgt und nun seit gut vier Monaten im Amt. Und dennoch - vieles ist noch genauso aktuell und wesentlich wie vor zwei, vor zwanzig - oder vor fünfzig Jahren.

Benedikt XVI. war zutiefst davon überzeugt, dass das II. Vatikanische Konzil (1963-1965) nur im Sinne der Tradition zu interpretieren ist. Eine Interpretation, eine Hermeneuik des Bruchs mit dem Bisherigen war für ihn keine legitime Option. Stattdessen mahnte er unablässig eine Hermeneutik in der Kontinuität mit der Tradition der Kirche an. In einem Schreiben zum 50. Jahrestag des Beginns des II. Vatikanischen Konzils vom 02.08.2012 stellt er fest:
"Die Konzilsväter konnten und wollten nicht eine neue, eine andere Kirche schaffen. Dafür hatten sie weder Vollmacht noch Auftrag. Väter des Konzils mit Stimme und Entscheidungsrecht waren sie nur als Bischöfe, das heißt auf dem Grund des Sakraments und in der Kirche des Sakraments. Sie konnten und wollten deshalb nicht einen anderen Glauben oder eine neue Kirche schaffen, sondern nur beides tiefer verstehen und so wahrhaft „erneuern“. Deshalb ist eine Hermeneutik des Bruchs absurd, gegen den Geist und gegen den Willen der Konzilsväter."

Bereits vor 25 Jahren,  am 13.07.1988 sagte Joseph Kardinal Ratzinger als damaliger Glaubenspräfekt, sich mit den Positionen von Erzbischof Lefèbvre auseinandersetztend, vor den chilenischen Bischöfen:
"Richtig aber ist, dass es in der geistigen Bewegung der Nachkonzilszeit vielfach ein Vergessen und ein Verdrängen der Wahrheitsfrage gegeben hat, ja, vielleicht ist dies sogar das eigentliche Problem für die Theologie und für die Pastoral von heute. „Wahrheit“ schien plötzlich ein zu hoher Anspruch zu sein, ein „Triumphalismus“, den man sich nicht mehr leisten durfte." 

Mit den Worten Johannes XXIII. wollte das Konzil „die katholische Lehre unverfälscht und vollständig weiter(zu)geben, ohne sie abzuschwächen oder zu entstellen“, (1) und sich dafür einsetzen, dass „diese sichere und unwandelbare Lehre, welcher der Gehorsam des Glaubens gebührt, in einer Weise erforscht und dargelegt werde, die unserer Zeit entspricht“. Dies kann aber nur gelingen, wenn man den Boden der Tradition nicht verlässt und man sich nicht abschneidet vom lebendigen Strom der Kirche. Beim Weihnachtsempfang am 22.12.2005 erklärte Benedikt ausführlich, vor welchem Problem die Kirche heute steht. :
"[...] Alles hängt ab von einer korrekten Auslegung des Konzils oder – wie wir heute sagen würden – von einer korrekten Hermeneutik, von seiner korrekten Deutung und Umsetzung. Die Probleme der Rezeption entsprangen der Tatsache, daß zwei gegensätzliche Hermeneutiken miteinander konfrontiert wurden und im Streit lagen. Die eine hat Verwirrung gestiftet, die andere hat Früchte getragen, was in der Stille geschah, aber immer deutlicher sichtbar wurde, und sie trägt auch weiterhin Früchte. Auf der einen Seite gibt es eine Auslegung, die ich »Hermeneutik der Diskontinuität und des Bruches« nennen möchte; sie hat sich nicht selten das Wohlwollen der Massenmedien und auch eines Teiles der modernen Theologie zunutze machen können. Auf der anderen Seite gibt es die »Hermeneutik der Reform«, der Erneuerung des einen Subjekts Kirche, die der Herr uns geschenkt hat, unter Wahrung der Kontinuität; die Kirche ist ein Subjekt, das mit der Zeit wächst und sich weiterentwickelt, dabei aber immer sie selbst bleibt, das Gottesvolk als das eine Subjekt auf seinem Weg. Die Hermeneutik der Diskontinuität birgt das Risiko eines Bruches zwischen vorkonziliarer und nachkonziliarer Kirche in sich."

Benedikt XVI. führte diese Schieflage auch zurück auf die Wirkung der Berichterstattung der Medien, deren Einfluß die Sicht des Konzils bei den Gläubigen verfälschte. Den Medien attestierte er, in politisch-weltlicher Weise über das Konzil berichtet zu haben. Er spricht von einem "Konzil der Medien" das er dem "wahren Konzil", dem "Konzil der Väter", das im Glauben stattgefunden habe, gegenüberstellt.

Wenige Tage nach der Abkündigung seines  Amtsverzichts (11.02.) sagte Papst Benedikt am 14.02.2013 in einer Ansprache bei der Begegnung mit dem römischen Klerus:
"Und unsere Aufgabe ist es, gerade jetzt im Jahr des Glaubens, vom Jahr des Glaubens ausgehend daran zu arbeiten, daß sich das wahre Konzil mit seiner Kraft des Heiligen Geistes verwirklicht und die Kirche wirklich erneuert wird."

Dazu nach Möglichkeit ein wenig beizutragen war meine Absicht vor zwei Jahren und ist es auch heute noch. So stelle ich mein Blog ganz in den Dienst der Kirche, deren Glauben ich als die Wahrheit erkennen durfte, die allein mir Vergebung meiner Schuld und damit ewiges Heil gewähren kann und zu der ich mich von Herzen bekenne. Ich liebe die Kirche, weil sie die Kirche Jesu Christi ist, von ihm dazu gestiftet, allen Menschen mittels der Sakramente das göttliche Leben der Gnade zu schenken und sie zu heiligen. Als gute Mutter will sie mir und allen Menschen guten Willens helfen, immer mehr den alten Menschen abzulegen und den neuen Menschen, Christus, anzuziehen und ganz in Christus umgestaltet zu werden.

Alle Freunde und geschätzten Leser meines Blogs bitte ich um ein gelegentliches Gebetsmemento in diesem Sinne. Ihnen und Euch allen ein herzliches Vergelt's Gott!


(1) Kongregation für die Glaubensehre: Note mit pastoralen Hinweisen zum Jahr des Glaubens


Das folgende Video war mein zweites Post, heute vor zwei Jahren, am 21. Juli 2011:



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Kommentare:

  1. Herzlichen Glückwunsch und ad multos annos!

    Stefan

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  2. Herzlichen Glückwunsch und weiter so mit diesen wirklich schönen Artikeln!

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  3. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank!

    Ad multos annos! Da kann ich mich Stefan nur anschließen.

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  4. Herzlichen Glückwunsch, Gottes Segen und AD MULTOS ANNOS!
    LG,
    Severus

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  5. Etwas spät, aber ich gratuliere natürlich auch. :-)

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