Mittwoch, 31. Juli 2013

Der Papst: Diener der Diener Gottes



Als ich vor Kurzem in "Iota Unum" von Romano Amerio las, kam ich - es ging um das Thema Papstamt und Autorität - an eine eher nebensächliche aber dennnoch sehr aufschlussreiche Stelle: dort wurde mir die Bedeutung eines Papsttitels erst richtig bewusst. An besagter Stelle  (S. 156) heißt es:
"Und wenn der Papst (Anm.: Paul VI) an den Titel servus servorum Dei erinnerte, den der hl. Gregor der Große annahm, um damit die höchste Schlüsselgewalt zu bezeichnen, so ist zu beachten, dass die Formel servus servorum keinen Genitivus objectivus darstellt, gleichsam als wäre der oberste Hirte derjenige, der den Dienern Gottes diene. Vielmehr liegt hier ein hebräischer Genitiv vor, der ein superlatives Verhältnis ausdrückt, wie in saecula saeculorum, virgo viginem, caeli caelorum* und dergleichen".

Die Formel bedeutet also, dass der Papst unter den Knechten Gottes am meisten Knecht, der Gottesknecht schlechthin ist, und nicht etwa, dass er Knecht derer sei, die Gottes Knechte sind. Wenn es doch so wäre, würde die Formel nahelegen, der Dienst gelte nur den Menschen, nicht Gott, und mehr noch: allein der Papst sei nicht Knecht Gottes, jeder der anderen aber wohl... "

* sevus servorum Dei: der Diener /Knecht der Diener/Knechte Gottes; saecula saeculorum: die Zeitalter der Zeitalter, die ganze Ewigkeit; virgo virginis: die Jungfrau der Jungfrauen, die vorzüglichste aller; caeli caelorum: aller Himmel Himmel, der höchste Himmel, die ganze Himmelswelt.
aus : Romano Amerio; "Iota Unum"; Edition Kirchliche Umschau; AD 2011


Bild: Schlüsselübergabe an Petrus; Pietro Perugino (1481-82)
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