Donnerstag, 17. Januar 2013

Unverständnis für Lebensschutz nach Missverständnis in Köln

Nachdem ich diesen unsachlichen Kommentar gelesen habe - der Verfasser Joachim Frank, Chefkorrespondent des Kölner Stadtanzeigers, spricht von "Abgebrühtheit, Lebensferne und Weltfremdheit" der katholischen Kirche - und weitere Beiträge des vorgenannten Mediums zu dem Fall einer möglicherweise vergewaltigten jungen Frau, der in zwei katholischen Kliniken Kölns eine Untersuchung zur Sicherung von Beweismitteln versagt wurde, weil damit eine für solche Fälle obligatorische Empfehlung der Einnahme von RU 486 einhergeht (hier, hier und hier), drängt es mich zu einer kleinen Anmerkung zum Sachverhalt.

Der Tatbestand:
"Wie Erzbistumssprecher Christoph Heckeley bestätigt, ist in katholischen Kliniken eine Notfallkontrazeption grundsätzlich ausgeschlossen. Sie widerspreche den ethischen und moraltheologischen Grundsätzen der katholischen Kirche. Warum die beiden Kliniken auch die Spurensicherung abgelehnt hätten, entziehe sich seiner Kenntnis. Grundsätzlich gelte, dass man Frauen, die beides verlangten, an ein anderes Krankenhaus verweisen müsse." (KStA, 17.01.2013)

Wie nachzulesen ist, haben sich inzwischen die Klinikleitungen für die Nichtbehandlung der jungen Frau öffentlich entschuldigt, da in diesem Fall die Beratung und Verschreibung der Abtreibungspille bereits von der überweisenden Ärztin getätigt wurde und somit den Klinikärzten nicht zugemutet worden wäre. Das Erzbistum Köln hat klargestellt, dass nach wie vor auch Frauen nach einer Vergewaltigung in katholischen Krankenhäusern vollumfänglich behandelt werden und ihr Vertrauen bekräftigt, dass die jeweiligen Träger der Krankenhäuser dafür Sorge tragen, dass sich solch ein Vorfall nicht wiederholt.

Nun aber entlud sich das Unverständnis und die Kritik an der katholischen Kirche und den beteiligten Ärzten nicht nur wegen der Nichtbehandlung der jungen Frau, sondern vor allem wegen der grundsätzlichen Haltung der katholischen Kirche, hier insbesondere die des Kölner Kardinals zu lebensschützenden Maßnahmen. 

Die katholische Kirche verteidigt das Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Katholische Einrichtungen, z. B. Krankenhäuser, sind diesem Anspruch verpflichtet, ebenso wie Ärzte, Ärztinnen und andere Angestellte. Mitarbeiter katholischer Einrichtungen haben sich in Freiheit für den Dienst in solch einem Haus entschieden, nicht selten aus eigener christlicher Überzeugung und Verantwortung. 

Wie also kann man von einem Arzt, einer Ärztin, einem Mitarbeiter eines katholischen Krankenhauses verlangen, dass er ungeborene Kinder tötet (abtreibt) oder einer Patientin ein Mittel verabreicht, das einzig dazu gedacht ist, eine möglicherweise entstandene Schwangerschaft (und sei es durch das traurige Unrecht einer Vergewaltigung) zu beenden? Niemand kann von dem Arzt, der Ärztin verlangen, einer Frau bei der Vernichtung ihres Kindes zu helfen und auch nicht, ihr zu erklären, wie sie das am besten macht.

Nebenbei bemerkt ist das keine ausschließlich katholische Einstellung sondern bereits der  Eid des Hippokrates bestätigt die Unvereinbarkeit  des ärztlichen Standesethos mit der Abgabe eines abtreibenden Mittels. Der Hippokratische Eid wird auch in den kritischen Leser-Kommentaren angeführt, dort allerdings interessanterweise als Alibi für die gegenteilige Auffassung.

Ob dieses kompromisslosen Einsatzes für das Leben weht der Kirche und ihren Gläubigen der Wind von manchen Mitbürgern eiskalt ins Gesicht. Viele - und wohl auch durch die mangelnde Bindung an die Kirche werden es immer mehr - haben kein Verständnis dafür, dass Katholiken ihrem Gewissen verpflichtet sind, und dass das Gewissen ihnen die Tötung eines Menschen, und sei es auch ein ungeborener, untersagt.

Die katholische Kirche und ihre Gläubigen sind in der Gesellschaft deshalb ein nicht zu unterschätzender, rettender Fels in der Brandung einer immer weiter um sich greifenden Kultur des Todes. Bei ihnen können In-Not-Geratene mit Hilfe rechnen, die keine faulen Kompromisse einschließt, sondern die in aller Eindeutigkeit zum Leben steht.

Nichts rechtfertigt die Tötung eines Kindes, auch nicht das Entstandensein durch eine Vergewaltigung. Scheint die Situation zunächst auch für die betroffene Frau, für das Mädchen, erschreckend und ohne Perspektive: es gibt immer eine bessere Lösung als ein Kind zu töten.



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