Montag, 21. Januar 2013

Eigenes Ich ist nicht Maßstab dessen, was katholisch ist

"Das, was ich zu geben und verkünden habe, ist nicht auf „meinem Mist“ gewachsen, sondern stammt vermittelt durch die Kirche Jesu Christi letztlich von Gott selbst.

Und das bedeutet in der Konsequenz: Maßstab meiner Verkündigung ist nicht das, was ich mit meinem begrenzten Verstand derzeit einsehe, sondern Maßstab der Verkündigung ist der Glaubensschatz der Kirche. Daran muss auch ich mich immer wieder messen.

Wenn es Bereiche des Glaubens oder der Moral gäbe, die ich nicht akzeptieren könnte, dann wäre ich als Amtsträger der falsche Mann am falschen Platz.

Katholischsein bedeutet vor diesem Hintergrund das Vertrauen: Gott ist größer als ich, und ich traue Gott mehr zu als mir selbst. In der Glaubens- und Morallehre der Kirche spiegelt sich die Weisheit Gottes wider – auch dort, wo sie mein Fassungsvermögen übersteigt.

Wie katholisch muss also ein Amtsträger sein? Die Antwort: ganz! Würde ich nur zu ausgewählten Elementen der katholischen Kirche Ja sagen und andere verneinen, dann machte ich mein eigenes Ich zum Maßstab dessen, was katholisch ist. Ich bin dankbar, der katholischen Kirche als einer Gemeinschaft anzugehören, die mich davor bewahrt."

Weihbischof Dominik Schwaderlapp (Köln) in einem Beitrag für Christ und Welt, Ausgabe 04/2013




Hervorhebung durch Fettdruck von FW; Foto: © FW
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