Samstag, 15. Dezember 2012

Erkenne, o Christ, deine Würde!

Kirchenväter und Menschwerdung Gottes (3)

Leo der Große (um 400-461), Sämtliche Sermonen; Sermo XXI. 1. Predigt auf Weihnachten

 
Laßt uns also, Geliebteste, Gott dem Vater durch seinen Sohn im Heiligen Geiste danken! Hat er doch um seiner reichen Barmherzigkeit willen, mit der er uns liebte, sich unser erbarmt, "und obgleich wir tot waren durch Sünden, uns lebendig gemacht mit Christus"(1), auf daß wir in ihm ein neues Geschöpf, ein neues Gebilde würden.


Laßt uns also ablegen den alten Menschen (2) mit seinen Handlungen und, nachdem wir an der Menschwerdung Christi Anteil erhielten, den Werken des Fleisches entsagen!

Erkenne, o Christ, deine Würde! Kehre nicht, nachdem du der göttlichen Natur teilhaftig geworden, durch entartete Sitten zur alten Niedrigkeit zurück! Denke daran, welchen Hauptes, welchen Leibes Glied du bist! Vergegenwärtige dir, daß du der Macht der Finsternis entrissen und in Gottes lichtvolles Reich versetzt worden bist!

Durch das Sakrament der Taufe wurdest du zu einem Tempel des Heiligen Geistes (3) . Vertreibe nicht durch schlechte Handlungen einen so hohen Gast aus deinem Herzen! Unterwirf dich nicht aufs neue der Knechtschaft des Satans! Ist doch das Blut Christi dein Kaufpreis. Wird dich doch der in Wahrheit richten, der dich in Barmherzigkeit erlöst hat, der mit dem Vater und dem Heiligen Geiste waltet in Ewigkeit. Amen. 

1: Eph 2,5
2: Eph 4,22; Röm 6,4; Kol 3,8;Hebr 12,1
3: vgl.1 Kor 6,19

Quelle: Bibliothek der Kirchenväter


Weitere Kirchenväter zum Thema:
Kirchenväter und Menschwerdung Gottes (1) (2) (4) (5)
(6)
 


Bild: Leo der Große (Papst Leo I.) vor Attila; Initiale (1358), wikipedia
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