Montag, 3. Dezember 2012

Bereut und stellt euch!

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Erzdiözese Wien haben Mitarbeitern im kirchlichen Dienst "dienstrechtliche Konsequenzen" angekündigt, falls sich deren Beteiligung an dem inzwischen aus dem Netz genommenen Hetz-Portal "kreuznet" herausstellen sollte.

Das ist als Arbeitgeber ihr gutes Recht. Die Kirche in Deutschland und Österreich ist ein Verein, eine Körperschaft öffentlichen Rechts, in der man Mitglied ist, wenn man Kirchensteuer bezahlt und als Mitglied ausgeschlossen ist, wenn man den Vereinsbeitrag nicht bezahlt. Mitarbeiter, auch Priester, sind deshalb Vereinsangestellte.

Ist Kirche aber nicht eigentlich mehr als dieser Kirchensteuerverein? Fehlt hier nicht das Eigentliche, was Kirche ausmacht, nämlich das Bewusstsein einer übernatürlichen Weg- und Heilsgemeinschaft und einer von Jesus Christus und nach Seinen Vorgaben gestalteten Institution?

Was ich vermisse, das ist der Ruf, den die Kirche im Namen Jesu Christi jedem Menschen - und zuerst ihren Mitarbeitern, wenn diese in die Irre gegangen sind - zurufen müsste:

Kehret um und tuet Buße! Wenn jemand aus unseren Reihen in diesen Sumpf geraten ist: denkt um und bereut und stellt euch dem Bischof und den Behörden und nehmet die gerechte Strafe auf euch!

Sollte nicht auch die Sorge um das Seelenheil (auch das der reumütigen (!) Sünder) wichtig sein, noch wichtiger als die Androhung "dienstrechtlicher Konsequenzen"?  

(vgl. Apg 3,19 ;26,18)

Bistum Trier

Bild: Die Rückkehr des verlorenen Sohnes; Rembrandt (1606–1669)


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