Samstag, 17. November 2012

Das Handeln kann niemals Quelle der Wahrheit sein

"Im dritten programmatischen Artikel von Rainer Bucher, Pastoraltheologe in Graz, wird behauptet, dass bereits die Aussage, dass es sich beim Konzil „bloß“ um ein „Pastoralkonzil“ gehandelt habe, eine „Leugnung“ des Konzils darstellt. Seine pastorale Ausrichtung sei doch gerade der entscheidende Methodenwechsel.

Durch die „innere Durchdringung von Dogmatik und Pastoral“ sei ein neues Verhältnis von Leben und Lehre entstanden: Es könne keine Theologie mehr unabhängig von der Lebenspraxis geben. Darin bestehe der „zentrale Fortschritt des ganzen Konzils. Dies werde auch durch den Titel „Pastoralkonstitution“ unterstrichen, sind doch Konstitutionen „im Sprachgebrauch des modernen Staatsrechts verfassungsgebende Texte.“

Was einst mit den Begriffen „Orthodoxie“ gegen „Orthopraxie“ ausgefochten wurde, wird hier wieder aufgewärmt. Wenn sich die Pastoral ihre eigene Lehre schafft, wird dies mit der völligen Preisgabe des definierten Glaubens enden. Das Christentum würde zur reinen Lebenspraxis herunternivelliert. Das Handeln kann aber niemals Quelle der Wahrheit sein."


Michael Karger in einer kritischen Würdigung des Sonderhefts "Konzil im Konflikt" der Herder Korrespondenz (Spezial) 2/2012, Die Tagespost Nr. 137, 15. November 2012


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