Donnerstag, 26. Juli 2012

Reform oder Häresie?

Dieser Blogger ist ZdK-Allergiker mit Formlosigkeits-intoleranz!
(z. B.)
"Die Frage, ob eine Bewegung, eine Richtung, eine Partei mit dem Geiste Christi und der Lehre seiner heiligen Kirche verträglich ist, kann nicht danach beantwortet werden, wie sich die Vertreter derselben expressis verbis formal zum Christentum und zur Kirche stellen.

Die meisten Häresien haben sich zunächst nicht als Gegner der Kirche, sondern als "Reformatoren" aufgespielt. Sie haben material Sätze aufgestellt, die der wahren Lehre Christi widersprachen und ein Ethos gepflegt, das mit dem Geiste Christi unverträglich war, dabei aber beides als das wahre Christentum, ja oft als die eigentliche und ursprüngliche Lehre der Kirche hingestellt.

Wenn also die subjektive Meinung über die Verträglichkeit ihrer Thesen mit der christlichen Lehre aus dem Munde häretischer Theologen oder primär religiös interessierter häretischer Laien keinerlei Gewähr bietet für ihre dogmatisch einwandfreie Natur, so hat erst recht die Versicherung der Führer einer politischen Bewegung, die von der Lehre der Kirche und dem Geist Christi so viel verstehen und wissen wie der Esel vom Harfenspiel, nicht die geringste Bedeutung für die Frage, wie sich ein Katholik zu diesen Bewegungen stellen muss..."


Dietrich von Hildebrand in der Zeitschrift "Der christliche Ständestaat" Nr. 45, 14.10.1934, im Aufsatz "Ceterum censeo...!" bzgl. der Frage, ob der Nationalsozialismus mit dem Christentum vereinbar ist (ist aber genauso anwendbar auf heutige Bewegungen innerhalb und außerhalb der Kirche); publiziert in: DvH Memoiren und Aufsätze gegen den Nationalsozialismus 1933-1938 (s. Quellen)
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