Dienstag, 3. April 2012

Ist eine Demokratisierung der Kirche möglich?

"Die Verfassung der Kirche ist aufgrund des Stiftungswillens Jesu Christi nicht demokratisch sondern hierarchisch, das heißt heiligen Ursprungs. In der Kirche geht nicht alle Gewalt vom Volk aus, das seine eigenen Werte und Güter verwalten würde, sondern von Christus, der seiner Kirche die Heilsgüter in zuvorkommender Liebe geschenkt und den Papst und die Bischöfe zu Dienern seiner Kirche bestimmt hat.

Eine totale Demokratisierung, die zum Beispiel bedeuten würde, daß die Priester ihre Vollmacht, das eucharistische Opfer zu feiern, nicht unmittelbar von Christus, sondern vom Kirchenvolk erhielten, oder daß der Inhaber des Lehramtes nicht der Papst und nicht das mit dem Papst vereinte Bischofskollegium, sondern das Kirchenvolk sei, widerspricht dem Willen Christi und dem Glauben der Kirche. Im übrigen ist das Bekenntnis zur Kirche eine Entscheidung, die in Freiheit geschieht.

Die Kirche ist die Gemeinschaft der in freier Entscheidung an den Herrn Glaubenden und der sich frei zur vorgegebenen von Christus gewollten Ordnung und Gestalt der Kirche Bekennenden. In einer Zeit, da jeder Zwang sehr empfindlich abgelehnt wird, ist es nicht überflüssig, die innere Freiheit des Glaubens nachdrücklich zu betonen. Während im Staat die Zwangsmitgiedschaft gilt, wird niemand von außen gezwungen, sich der Kirche anzuschließen und niemand wird gezwungen, in der Kirche zu bleiben..."


Joseph Kardinal Höffner: Unbehagen an der Kirche? Sechzehn Fragen und sechzehn Antworten; Presseamt des Erzbistums Köln AD 1985 (s. Quellen)


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