Dienstag, 20. März 2012

Relativierung der Dogmen, eine Irrlehre...

Winfried Kretschmann ist Mitglied im Diözesanrat der Erzdiözese Freiburg, im Verein der Freunde der Erzabtei St. Martin e. V., im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und im Kuratorium der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Während seines Studiums war er Mitglied in der katholischen Studentenverbindung Carolingia Hohenheim (nichtschlagend, im CV). (Quelle: Wikipedia)  Außerdem ist er seit 2011 Ministerpräsident von Baden-Württemberg.

W. Kretschmann behauptet:
"Denn der Glaube kann nur dort inkulturiert und zeitgenössisch werden, wo er in der jeweiligen Kultur auch gelebt wird. Letztlich besteht der Glaube nur aus den Dogmen und Haltungen, die das Kirchenvolk auch tatsächlich glaubt."

Entweltlichung der Kirche?
Die Freiburger Rede des Papstes
Herausgegeben von Jürgen Erbacher
Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2012



Demgegenüber lehrt die Kirche:


Katechismus der Katholischen Kirche:
88 Das Lehramt der Kirche setzt die von Christus erhaltene Autorität voll ein, wenn es Dogmen definiert, das heißt wenn es in einer das christliche Volk zu einer unwiderruflichen Glaubenszustimmung verpflichtenden Form Wahrheiten vorlegt, die in der göttlichen Offenbarung enthalten sind oder die mit solchen Wahrheiten in einem notwendigen Zusammenhang stehen.

2032 Die Kirche ist „die Säule und das Fundament der Wahrheit" (1 Tim 3, 15). Den „feierlichen Auftrag Christi zur Verkündigung der Heilswahrheit hat die Kirche von den Aposteln erhalten" (LG 17). „Der Kirche kommt es zu, immer und überall die sittlichen Grundsätze auch über die soziale Ordnung zu verkündigen wie auch über menschliche Dinge jedweder Art zu urteilen, insoweit die Grundrechte der menschlichen Person oder das Heil der Seelen dies erfordern" ( [link] CIC, can. 747, § 2).

2034 Der Papst und die Bischöfe sind „authentische, das heißt mit der Autorität Christi versehene Lehrer, die dem ihnen anvertrauten Volk den Glauben verkündigen, der geglaubt und auf die Sitten angewandt werden soll" (LG 25). Das universale ordentliche Lehramt des Papstes und der in Gemeinschaft mit ihm stehenden Bischöfe lehrt die Gläubigen die zu glaubende Wahrheit, die zu lebende Liebe und die zu erhoffende Seligkeit.


II. Vatikanum:
Daher heißen seine Definitionen mit Recht aus sich und nicht erst aufgrund der Zustimmung der Kirche unanfechtbar, da sie ja unter dem Beistand des Heiligen Geistes vorgebracht sind, der ihm im heiligen Petrus verheißen wurde. Sie bedürfen daher keiner Bestätigung durch andere und dulden keine Berufung an ein anderes Urteil. In diesem Falle trägt nämlich der Bischof von Rom seine Entscheidung nicht als Privatperson vor, sondern legt die katholische Glaubenslehre aus und schützt sie in seiner Eigenschaft als oberster Lehrer der Gesamtkirche, in dem als einzelnem das Charisma der Unfehlbarkeit der Kirche selbst gegeben ist. (Lumen gentium LG 25) 


aus dem "Credo des Gottesvolkes", Papst Paul VI., 1968:
Wir glauben alles, was im geschriebenen oder überlieferten Gotteswort enthalten ist und was die Kirche als von Gott geoffenbarte Wahrheit zu glauben vorlegt: entweder durch eine feierliche Glaubensentscheidung oder durch das ordentliche und allgemeine Lehramt (1). Wir glauben an die Unfehlbarkeit, die dem Nachfolger des heiligen Petrus zukommt, wenn er ex cathedra als Hirte und Lehrer aller Gläubigen (2) spricht. Diese (Unfehlbarkeit) ist auch dem Kollegium der Bischöfe verheißen, wenn sie – gemeinsam mit dem Papst – das höchste Lehramt ausüben. (3) (Quelle: 30Giorni)
(1) Vgl. Denzinger 3011.
(2) Vgl. ebd. 3074.
(3) Vgl. II. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 25.

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Kommentare:

  1. Oh, ich wusste gar nicht, dass Kretschmann ein Cartellbruder ist!
    Da schmerzt mich schon, dass ein derart hochgewählter Mann das mit der Kirche noch nicht verstanden hat...Na ja...

    Aber vielen Dank fürs wunderbare Recherchieren!

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    1. Der ganze Aufsatz von Herrn Kretschmann ist ein Pladoyer für eine zeitgeistige, rein weltliche Kirche.

      Sein Maßstab ist nicht die unveränderliche, von Gott geoffenbarte Wahrheit sondern die Angepasstheit an die Welt und den momentanen Mainstream auf Kosten der Wahrheit...

      Wie Du sagst: Er hat's noch nicht verstanden, das mit der Kirche...

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  2. Der "gute Katholik" hat noch viel mehr auf dem Kerbholz. Er ist u. a. im Vorstand von donum vitae.
    Näheres hier: http://blog.freiburgbaerin.eu/blog/kretschmann
    und hier: http://blog.freiburgbaerin.eu/blog/kretschmann-reloaded

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  3. Vielen Dank für die Ergänzungen!

    Es ist mir bewusst, dass Herr Kretschmann noch mehr "auf dem Kerbholz" hat, was katholische Positionen angeht.

    Mir war es jetzt nur ein Anliegen, an einem ganz konkreten, glasklaren Punkt aufzuzeigen, dass Herr Kretschmann öffentlich den Boden des römisch-katholischen Glaubens verlassen hat.

    Es wäre angemessen und zu wünschen, dass er seine unzutreffenden Aussagen widerruft und richtigstellt (gemäß der unveränderlichen Lehre der Kirche), um nicht weiterhin andere Menschen zu verwirren und in der Öffentlichkeit ein falsches Bild der katholischen Kirche zu vermitteln und zu manifestieren.

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