Freitag, 17. Februar 2012

Geoffenbarte Wahrheit und "neue Theologie"

Hl. Thomas von Aquin
Eine Theologie, die irgendeinen Glaubensartikel leugnen würde - oder ihm auch nur eine von der Tradition verschiedene Interpretation gäbe - wäre damit schon notwendigerweise falsch.
Wenn Änderungen am Katechismus - wie die Auslassung der Lehre über die Hölle - nicht nur aus pädagogischen Gründen gemacht würden, sondern auf Grund einer "neuen Theologie", die nicht mehr an diese geoffenbarten Wahrheiten glaubt, so wäre diese Theologie offenbar häretisch.

Ebenso wäre jede Theologie häretisch, die die reale gottmenschliche Präsenz Christi im Altarsakrament, die jungfräuliche Empfängnis Christi, die wahrhafte Auferstehung Christi oder das ewige Leben leugnen würde.

Hingegen können viele theologische Theorien, die nicht die geoffenbarte Wahrheit als solche betreffen, durch andere ersetzt werden. Bestimmte Theorien über Gnade, Freiheit und Prädestination sollten z. B. besser formuliert werden.

Aber alle wirklich geoffenbarten Wahrheiten, die ihren eindeutigen Ausdruck in den dogmatischen Formulierungen gefunden haben, können niemals durch eine "neue Theologie" ersetzt werden.

Dietrich von Hildebrand in: Das trojanische Pferd in der Stadt Gottes; 1. Teil: Wahre und falsche Erneuerung, S.99; AD 1969 (s. Quellen)
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