Mittwoch, 28. Dezember 2011

Unschuldige Kinder

Das nebenstehende Bild ist ein Detail aus einem bleiverglasten Fenster, das gleich zwei Feste der Weihnachtswoche zeigt:
Den hl. Johannes den Evangelisten (27. Dez.) und die Unschuldigen Kinder, deren Gedenken heute, am 28. Dezember begangen wird:

"Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte.


Damals erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist:
Ein Geschrei war in Rama zu hören, lautes Weinen und Klagen: Rahel weinte um ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn sie waren dahin." (Matth 2,16-18)


Aus der Predigt von Kardinal Meisner zum Fest der Unschuldigen Kinder im vergangenen Jahr, am 28. Dezember 2010

"Es gibt keine Würde zum Verramschen, zum Menschenschlussverkauf. Denn diese Würde wurzelt in dem Faktum, dass der Mensch von Gott erschaffen ist nach seinem Ebenbild. Im Ebenbild – vergessen wir das nicht! – ist Gott als Urbild gegenwärtig.

Deshalb, so heißt es im Buch der Weisheit, betrachtet der Kreator sein Geschöpf auch „mit großer Ehrfurcht“, denn er erkennt sich selbst im Menschen. Wer Hand an den Menschen legt, in welcher Phase seiner biologischen Entwicklung auch immer, trifft Gott. Das ahnen gottlob auch viele Zeitgenossen, wie die letzten Diskussionen über die PID zeigt. Auch die Bundeskanzlerin hat sich ja für ein striktes Verbot der Präimplantationsdiagnostik ausgesprochen.

Hier gibt es keinen Mittelweg, keinen Kompromiss. Der Mensch in seiner Würde ist von dem Moment an da, wo die Eizelle befruchtet ist. Ab diesem Moment ist nicht nur neues Leben vorhanden, das sich als Mensch entwickelt. Ab diesem Moment stehen wir vor einer neuen genetischen Identität, d.h. einem einzigartigen neuen Ebenbild Gottes. Und niemand hat das Recht, hier eine Auswahl zu treffen, weil ihm die Verhüllung dieser Identität nicht passt.

PID zieht immer Selektion und Tötung nach sich. Wer PID zulässt, sagt Nein zum Leben und damit Nein zum Schöpfer und damit Nein zu Gott selbst. Dieses Nein aber bedingt gleichsam lawinenartig eine weitere Lockerung des Lebensschutzes: Der Präsident der Bundesärztekammer, Hoppe, geht jetzt davon aus, dass auch der Bundestag 2011 für eine bedingte Zulassung von PID stimmen wird. Gleichzeitig erklärte Hoppe, auch das ärztliche Berufsrecht sollte in dem Sinne geändert werden, dass eine assistierte Selbsttötung durch Ärzte nicht mehr strafrechtlich verfolgt wird.

Warum treffen sich denn viele verantwortungsbewusste und bedrückte Christen gerade am Fest der Unschuldigen Kinder, um ihre Stimme besonders für das Leben und die ungeborenen Kinder zu erheben? Sie sehen mit Recht, dass auch Herodes damals eine Selektion vorgenommen hat: „Er ließ in Bethlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte“ (Mt 2,16). So haben wir es soeben im Evangelium bei Matthäus 2,16 gehört.

Die Kriterien des Herodes waren: Ort, Alter, Geschlecht, Stand der Forschung. Die Befürworter der PID haben auch ihre Kriterien, und sie machen sich auch den Stand der Forschung zunutze. Gewiss, es ist politisch unkorrekt, diesen Vergleich zu ziehen, weil die Befürworter von PID um ihre Entscheidung gerungen haben.

Aber bei allem Ringen: Diese Entscheidung ist falsch! Sie tötet genetische Identitäten, sie tötet die Einzigartigkeit dieser Identitäten, sie tötet Personen, Menschen, sie tötet Abbilder Gottes, sie vergreift sich an Gott selbst." 

(Hervorhebungen durch Administrator)

Die ganze Predigt ist HIER nachzulesen (bitte klicken). 
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