Freitag, 23. Dezember 2011

Maria im "Credo des Gottesvolkes"

Foto: Lawrence OP

Wir glauben, daß Maria, die allzeit Jungfrau blieb, die Mutter des menschgewordenen Wortes ist, unseres Gottes und Heilands Jesus Christus (1), und daß sie im Hinblick auf diese einzigartige Gnadenauserwählung und durch die Verdienste ihres Sohnes auf eine vollkommenere Art (2) erlöst worden ist, indem sie von jedem Makel der Erbsünde (3) bewahrt und mit dem Gottesgeschenk der Gnade mehr bedacht wurde als alle anderen Geschöpfe.(4)

Verbunden in einer ganz innigen und unauflöslichen (5) Weise mit dem Geheimnis der Menschwerdung und Erlösung, wurde die allerseligste Jungfrau, die Unbefleckte Jungfrau, am Ende ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels (6) aufgenommen und – in Vorausnahme des künftigen Loses aller Gerechten – ihrem auferstandenen Sohne in der Verklärung angeglichen.

Wir glauben, daß die heilige Gottesmutter, die neue Eva, die Mutter der Kirche (7), im Himmel ihr mütterliches Amt fortsetzt im Hinblick auf die Glieder Christi, indem sie mitwirkt bei der Erweckung und Entfaltung des göttlichen Lebens in den erlösten Seelen.(8)


1 Vgl. Denzinger 251-252.
2 Vgl. II. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 53.
3 Vgl. Denzinger 2803.

4 Vgl. II. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 53.

5 Vgl. II. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 53.58.61.

6 Vgl. Denzinger 3903.

7 Vgl. II. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 53.56.61.63; vgl. Paul VI., Allocutio in conclusione III Sessionis Concilii Vaticani II, in Acta Apostolicae Sedis 56, 1964, S. 1016; Apostolisches Schreiben Signum magnum, Einleitung.

8 II. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 62; Paul VI., Apostolisches Schreiben Signum magnum, 1. 



Aus: "Das Credo des Gottesvolkes" (30.Juni 1968) von Papst Paul VI. (26.09.1897 - 06.08.1978)


 
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