Dienstag, 29. November 2011

Von den "Armen Jahwes"

Bevor Christus kam, tauchten im jüdischen Volk da und dort Gruppen auf, die sich voll inbrünstigen Eifers die "Armen Jahwes" nannten. Nicht, daß sie arm an Geld gewesen wären, sie waren arm in einem anderen Sinne. Sie sagten: "Herr du bist der Größte, vor dir sind wir klein. Befiehl du, Herr, wir sind bereit, wir werden uns bemühen, deinen Willen zu tun."


Das war das Kleinsein vor Gott, das war der Geist der Armut, und - so sagt das Konzil - unter diesen "Demütigen und Armen" ragt Maria hervor (LG 55). Im Magnifikat hat sie gesagt: "Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut" (Lk 1,48), also auf ihre Kleinheit, ihre Bescheidenheit, ihre Demut, ihre Armut. Und als sie ihr "Ja" zu dem Engel sagte, war das nicht ein x-beliebiges Ja, sondern es bedeutete: "Ich bin deine Magd, ich nehme es auf mich, mir geschehe nach deinem Wort."

Das Ja Mariens zu dem Engel ist voller Glauben und Gehorsam, weil sie gesagt hat: "Ich habe Vertrauen, o Herr, ich glaube; ich schließe die Augen: Wie DU es willst, Herr!"


Albino Luciani (Papst Johannes Paul I.): Ave Maria, Gedanken zur Mutter des Herrn; AD1997; S. 56 (s. Quellen)



Gemälde von: Francisco Martínez
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