Donnerstag, 27. Oktober 2011

Worauf es wirklich ankommt

"Was den Christen "ausmacht", ist der Glaube und nicht die Ethik oder das soziale Engagement, die nur Auswirkungen des Glaubens sind.

Wäre dein Pfarrer nicht so moralisch und sozial engagiert, wäre er dennoch weiterhin Christ; kein Christ wäre er mehr, wenn er aufhörte, das Evangelium nach dem Dogma und der Tradition der Kirche zu verkünden. Der Heilige Geist garantiert dem Papst, dem "Stellvertreter Christi", die Rechtgläubigkeit der Lehre und nicht die Reinheit der Sitten.

Alexander VI., der berüchtigte "Papst Borgia" einer schwarzen Legende, führte dem Anschein nach wirklich ein sittenloses Leben, doch er "predigte gut". Gewiß: Für die Diskrepanz zwischen Lehre und Leben muß er einmal Rechenschaft ablegen.

Aber uns - die wir zum Glück nicht über ihn urteilen müssen - reicht es, daß er die Lehre rein und unversehrt bewahrt hat. Außerdem hat uns Jesus selbst davor gewarnt: "Richtet euch nicht nach dem, was sie tun", sondern "tut und befolgt alles, was sie euch sagen" (Mt 23,3)"


Vittorio Messori im Gespräch mit Michele Brambilla in "Der Gläubige hat recht", AD 2001 (s. Quellen)
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