Mittwoch, 12. Oktober 2011

Auf dem Weg zu einer echten Re-form der Liturgie

In der "Tagespost" erschien am 06.10.2011 ein sehr interessantes Interview mit dem französischen Liturgiker Alcuin Reid über Tradition und Reform der heutigen Riten.
Nachdem er festgestellt hat, dass sich Liturgiker weitgehend darüber einig sind, dass es "Anzeichen gibt, die darauf hindeuten, dass die für die Reform Verantwortlichen einen Bruch im Sinn hatten" und bei der Ausführung der Konzils-Konstitution Sacrosanctum concilium (Über die Liturgie) in einem solchen Sinne vorgegangen wurde, erklärt er mögliche Lösungswege für die Reform einer Liturgie aus den Quellen der Tradition:


"Wir müssen erneut einen Blick auf die im Gefolge des Konzils erarbeitete Liturgiereform werfen. Nicht als Anhänger irgendeiner Seite, sondern als gute Historiker, gute Theologen und gute Katholiken. Wenn es klar ist, dass wir wesentliche Elemente der liturgischen Überlieferung verloren oder solche eingeführt haben, die schaden, dann müssen wir die Aufrichtigkeit besitzen, das zuzugeben und das Erforderliche veranlassen.

Das hat eingesetzt mit dem Apostolischen Schreiben Sacramentum Caritatis und dem Motuproprio Summorum Pontificum sowie dem persönlichen Vorbild von Papst Benedikt XVI. bei seinen liturgischen Zelebrationen. Außerdem müssen wir mit Nächstenliebe und pastoralem Gespür vorgehen.

Es ist nicht möglich, die früheren Riten für jedermann zwangsweise wieder einzuführen, oder die neuen von einem auf den nächsten Augenblick abzuschaffen. Doch es wäre derzeit möglich – fakultativ – einige ältere Elemente (die Offertoriumsgebete, einige rituelle Gesten des Priesters etc.) in den heutigen Riten zu erlauben.

Darüber hinaus ist es möglich, jene Ars Celebrandi zu übernehmen, wie sie in Sacramentum Caritatis besprochen wird, worin die heutigen Riten mit einem liturgischen Reichtum gefeiert werden, der sich in einer spürbareren Kontinuität mit der Tradition befindet. Die Geschichte wird zeigen, wie sich die Liturgie von einem solchen Ausgangspunkt weiterentwickelt.

Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass der Kirche von heute oder der von morgen nichts „Heiliges oder Großes“ verlorengeht."



(Hervorhebungen durch Administrator)


Zu dem Interview siehe auch HIER.


Foto: Lawrence OP; Hl. Messe (England) 
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